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Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken,
es heißt, sich aus den Dingen etwas zu machen.


Thomas Mann
 
 

Lange Zeit galten Fotos als Beweismittel, war Fotografie die klassische Methode, um etwas zu dokumentieren. Um ein Foto zu manipulieren, musste man sich gut auskennen - und es brauchte Zeit. Mit der digitalen Fotografie und der Verfügbarkeit von Bildbearbeitungsprogrammen hat sich viel verändert. Auf der Photokina, der größten Fotomesse Deutschlands, hieß es im Jahr 2000: Ein Foto zeigt nicht länger die Wirklichkeit, es schlägt nur noch eine Möglichkeit vor. Mittlerweile hat sich unser Bild-Erleben durch die Kunstprodukte der Medienwelt so verändert, dass viele Menschen normale, unbearbeitete Fotos kaum noch zu schätzen wissen. Und die Entwicklung geht noch weiter: mit den Verfahren des Computer Generated Imaging ist es bereits heute möglich, virtuell erzeugte Gegenstände wie z.B. Fahrzeuge in real fotografierte Landschaften hinein zu montieren, ohne dass der Betrachter diesen Schwindel bemerkt. Ebenso ist es möglich, real fotografierte Personen in computergenerierte Gebäude und Szenerien hinein zu montieren - fotorealistisch. Was Sie für echt halten, ist möglicherweise die perfekte Illusion. Abgesehen von den kreativen Möglichkeiten, die diese Technologien öffnen, besteht an dieser Stelle eine reale Gefahr für unser Verhältnis zur Wirklichkeit (Manipulation in den Medien). Das Unterbewusstsein eines Menschen kann zwischen echten und manipulierten Bildern nicht unterscheiden und reagiert intuitiv auf das Gesehene. Lernen Sie, wie man Bilder liest. Und lernen Sie, welche Techniken es gibt. Dann ahnen Sie, wie Supermodels wirklich aussehen, bevor Photoshop dran war.