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Die Tatsache, dass eine (im konventionellen Sinn) technisch fehlerhafte Fotografie gefühlsmässig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind zu glauben,
dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht.

                                                             --- Andreas Feininger

 

 
     
  Was ist Fotopsychologie?    
      
 

Zeig mir dein Fotoalbum - und ich sage dir, wie du tickst... wäre die populärwissenschaftliche Formulierung, mit der die BILD-Zeitung Fotopsychologie beschreiben würde. Damit ist gemeint, dass die Fotos, die jeder Amateur für sich und seine Liebsten knipst, sehr viel mehr bewirken können, als hoch professionelle, gestylte Werbefotos. Sie glauben es nicht? Dann beantworten Sie folgende Fragen

  • Warum haben so viele Menschen ein Foto von ihren Partnern, Kindern, Eltern auf dem Schreibtisch, in der Brieftasche oder wie auf einem Altar zu Hause aufgebaut?

  • Warum wühlen Menschen nach Katastrophen in den Ruinen ihrer Häuser und suchen nach Fotoalben?

  • Warum fotografieren die meisten Menschen im Urlaub?

  • Warum wird für Hochzeitsfotos so viel Geld ausgegeben?

  • Warum fotografieren manche Leute vorzugsweise Blümchen oder Steine, während andere hauptsächlich Menschen ablichten?

Andere Fragen, die wir uns auch stellen können:

  • Welche Bilder in den Medien sind heutzutage noch echt?

  • Was bedeutet es für unser tägliches ErLeben,
    wenn es nur noch digital bearbeitete Fotos gibt?

   
 

Im englischsprachigen Raum gibt es bereits psychologische Schulen, die sich der Fotografie und der Foto-Therapie, also der therapeutischen Arbeit mit fotografischem Material zuwenden. www.phototherapy-centre.com

Wenn Sie selbst mit Fotos arbeiten wollen, kommen Sie zum Workshop:
Fotos lesen lernen - Einführung in Bildsprache und Fotopsychologie

   
       
 

Zu all den Dingen, die wir nicht sehen können, gesellen sich noch die Dinge, die wir nicht sehen wollen, weil wir uns entschieden haben, sie zu ignorieren. Im Augenblick habe ich zum Beispiel beschlossen, das Geräusch meines Atems, das Gefühl des Rings an meinem Finger, den Anblick der Brille direkt auf meiner Nase, ja sogar den der Nase selbst zu ignorieren.
Die Blende einer Kamera und die Pupille sind nicht dazu da, Informationen hereinzulassen, sondern dazu, welche auszublenden. Wer je eine Kamera in der Hand hatte weiss, dass zuviel Information einen genauso blind machen kann wie zuwenig.

Wenn Sie sich alle neun Sinfonien von Beethoven gleichzeitig anhören wollen, würden Sie nur Krach hören.

K.C. Cole, amerikanische Wissenschaftsjournalistin und Schriftstellerin

   

 

   
  

An einem Bild sind immer zwei Leute beteiligt: der Fotograf und der Betrachter.

Ansel Adams

   
     
 

Eine Photographie zeigt nie die Wahrheit.

Richard Avedon, 1923